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Adventskonzert 2010

 

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Jubiläum

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Konzert wurde zum Erlebnis für das Publikum

Altlussheim. Zu einem ganz besonderen Adventskonzert hatte der AGV Frohsinn am Sonntag in die Rheinfrankenhalle eingeladen. Der Chor inszenierte ein Event im Stile des Salzburger Adventssingens, wo Chorgesang, Soli und szenisches Theater in einzigartiger Weise verschmelzen. Dabei erlebten die Besucher harmonischen Chorgesang und ein unter der Regie von Horst Itschner inszeniertes Schauspiel. Chorleiterin Maria Löhlein-Mader hatte als Gäste den kleinen Männerchor der SKG Bonsweiher eingeladen, dazu Elena Spitzner (Klavier) und Isabella Pochylczuk (Violine). Als sich der Vorhang öffnete, blickte der gemischte Chor des AGV Frohsinn auf mehrere hundert Gäste, die neugierig gekommen waren, um mitzuerleben, was der Chor und die Schauspieler vorbereitet hatten. Das Publikum wurde in die Zeit des Jahres 1946 zurückversetzt. Seitlich an der Bühne war ein Trümmerfeld aufgebaut, Holz, Steine, zerschlagene Fenster und allerhand Utensilien verteilten sich kreuz und quer. Eine Familie war am aufräumen – der Großvater (Horst Itschner) half seinem Nachbarn, Herrn Manfred (Manfred Lück) beim zusammensuchen von Holzstücken. Mit dabei seine Schwiegertochter Susi (Susanne Rambach-Wagner) und ihre beiden Kinder Tobias (Tobias Kreichgauer) und Anastasia (Anastasia Spitzner). Die beiden Alten klagten über die schweren Zeiten, Herr Manfred vermisste seine Frau, die ins KZ deportiert wurde und von der seither jede Spur fehlte. Herr Manfred und seine Frau hatten ein jüdisches Kind versteckt und waren verraten worden. Der Großvater hätte zu gerne Nachricht von seinem Sohn aus Russland gehabt. Dunkle Zeiten hatte Deutschland hinter sich. Die beiden Kinder fanden in den Trümmern ein handgeschriebenes Buch, welches sie ihrem Großvater zeigten und ihn baten, daraus vorzulesen. Es war die Weihnachts-geschichte. Anastasia und Tobias erfuhren von Maria, der Verkündigung und von Josef, der die schwangere Maria heiratete. Die Postbotin (Irmtraud Draud) kam des Weges und fragte nach einer Adresse. Frau Susanne erklärte ihr, dass dort schon lange niemand mehr wohnte. Der Brief war aus Russland. Gleich bekam der Großvater wehmütige Augen, zu gerne hätte er doch auch Nachricht von seinem Sohn gehabt. Auch Susanne musste sich die Augen wischen und klagte über die schweren Zeiten. Ein amerikanischer Besatzungssoldat (Martin Scheck) stürmte in die traute Szene und erklärte, dass sich alle, die noch im Ort wohnten, registrieren lassen müssen. Die Kinder fragten ihn nach Kaugummi, was er bereitwillig verteilte. Er wollte wissen, was die Leute gerade taten. Die kleine Schar forderte ihn auf, der Weihnachtsgeschichte zu lauschen. Das deutsch-amerikanische Kauderwelsch brachte das Publikum zum Schmunzeln und als der Soldat fragte, wie denn Weihnachten in Deutschland gefeiert wurde, erklärten es ihm die Sängerinnen des AGV mit dem Stück „Immer wenn es Weihnacht wird“. Anastasia wollte wissen, welche Lieder man in Amerika sang und bat den Soldaten, ihnen etwas vorzusingen.

„A beautiful Song“ schwärmte der Soldat und stimmte „White Christmas“ an. Die beiden Kinder sangen ihm „Leise rieselt der Schnee vor“ und Anastasia ließ den „Abendsegen“ erklingen, ihr Lieblingslied. Mit einer ausgezeichneten Lichttechnik wurden mal die Sänger, mal die Schauspieler in Szene gesetzt, so wurde der Wechsel zwischen Gesang und Spiel gut dargestellt. Der Chor untermalte die Textpassagen mit passenden Liedern, die Besucher hörten von den Frauenstimmen „Maria durch ein Dornwald ging“, vom Chor „Es ist ein Ros entsprungen“, vom kleinen Männerchor „Maria übers Gebirge ging“. Musikalisch hatte Chorleiterin Maria Löhlein-Mader echte Sahnestückchen ausgesucht, interpretiert von Klavier und Violine. Vivaldis Winter aus den „Vier Jahreszeiten“ mit dem „Largo“ gehörte dazu, „Jesu bleibet meine Freunde“ von J.S. Bach und die „Méditation“ aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet. Auch Händels „Hirtensinfonie“ aus dem Messias begeisterte. Derweil nahm die Geschichte ihren Lauf, der Opa las weiter, wie Josef und Maria auf die Reise nach Bethlehem gingen. Der Chor sang in Mundart ein Niederösterreichisches Lied „Der Josef und d´Maria wollten gehen mitanand“. Ebenso alpenländisch mutete „Still o Himmel“ an. Die glückliche Kunde, dass das Kind geboren war, wurde mit „Psallite“ verkündigt. Vom Männerchor schallte es „Jetzt fangen wir zum singen an“ und bei der letzten Strophe wanderte ein Mann über die Bühne, einen kleinen Weihnachtsbaum unter dem Arm. Die Gruppe war noch ganz versunken in die Geschichte und bemerkte den Heimkehrer erst gar nicht. Ja – es war Heinz, der vermisste Ehemann, Vater und Sohn, der schwer gezeichnet aus Russland nach Hause kam. Alle fielen sich freudig in die Arme und spätestens als der Chor den sechsstimmigen Satz von „Stille Nacht“ anstimmte, kramten nicht wenige im Publikum die Taschentücher hervor. Aus Salzburg hatte man sich den „Andachtsjodler“ mitgebracht, der gemeinsam mit dem Publikum dem Konzert einen würdevollen Abschluss verlieh. mb

 

 

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